Besserer Zugang zur Informationstechnologie für Entwicklungsländer
Die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) begrüßt die Gründung einer Arbeitsgruppe «Dot Force», wie sie auf dem G8-Gipfel in Okinawa am 22. und 23. Juli 2000 beschlossen wurde. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, verbindlich und nachhaltig Konzepte und konkrete Maßnahmen für eine IT-Politik zu entwickeln, an der weltweit alle Nationen teilhaben sollen. Allerdings geben die Sprecher der
GI-Fachgruppe «Informatik und Dritte Welt», Dr. Nazir Peroz und Uwe Afemann, zu bedenken, dass kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Förderung des IT-Bereichs in Entwicklungsländern und Abbau von Armut bestehe. So sei das Armutspotenzial in der hochgerühmten Softwareschmiede Indien in den letzten zehn Jahren weiter gewachsen. Sie fordern daher, vor allem die Rahmenbedingungen für den IT-Einsatz in der Dritten Welt zu verbessern durch Förderung der allgemeinen Schulbildung und Ausbildung von Fachleuten. Informationstechnologien dürften nicht nur aus ökonomischer Perspektive allein bewertet werden, ihr Einsatz sollte vielmehr behutsam und angepasst an die soziokulturellen Gegebenheiten des Landes erfolgen.
«Informationstechnologie für alle?» Stellungnahme der Fachgruppe «Informatik und Dritte Welt» der GI zur Okinawa-Charta
02. August 2000, Ruth Steinacker
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