Das Nachrichten-Archiv der GI
Oliver Günther neuer GI-Präsident
Prof. Oliver Günther, Ph.D. ist neuer Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Stefan Jähnichen an, der die GI in den vergangenen vier Jahren geleitet hat, und wird der GI in den kommenden beiden Jahren vorstehen.
"Ich danke den GI-Mitgliedern für ihr Vertrauen und freue mich darauf, die größte Informatikfachgesellschaft im deutschsprachigen Raum vertreten zu dürfen", sagte Günther. "Mein wesentliches Ziel als GI-Präsident ist es, die öffentliche Sichtbarkeit der GI und damit der Informatik als Fachdisziplin in einer zentralen gesellschaftlichen Rolle zu verbessern und dabei noch mehr Informatikerinnen und Informatiker – gerade auch aus der Praxis – für die GI zu begeistern", so Günther.
Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Dipl.-Inform. Christof Leng von der TU Darmstadt, Prof. Dr. Peter Liggesmeyer, TU Kaiserslautern und Fraunhofer IESE sowie Dr. Simone Rehm von der Firma TRUMPF GmbH & Ko.KG.
Neu im GI-Präsidium sind Dr. Johannes Helbig, Deutsche Post AG, Prof. Dr. Dimitris Karagiannis von der Universität Wien und Dr. Marion Kremer von Capgemini.
Wir gratulieren allen Gewählten und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!
Immer zur Adventszeit.....
...zünden wir in der Geschäftsstelle die Kerzen an und machen drei Mitgliedern eine Freude, indem wir die Hauptpreise unserer Aktion "Mitglieder werben Mitglieder" verlosen.
Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird Herr Profesor Sven Bertel aus Weimar das ARCHOS Internet Tablet 7.0 vorfinden, Professor Walter Hower aus Albstadt-Sigmaringen kann sich am Weihnachtsabend im Kreise der Familie besonders beliebt machen und die XBox 360 mit Kinect anschließen.
Frau Hacer Tepeci in Essen freut sich über ein Kombi-Jahresabo des Heise-Zeitschriften-Verlags mit den Titeln c't, IX und Technology Review.
Mehr zur Aktion "Mitglieder werben Mitglieder" finden Sie immer hier.
GI und Cast verleihen Promotionspreis IT-Sicherheit 2011 an Xuebing Zhou
Bereits zum zweiten Mal wurde am 24. November 2011 in Darmstadt der Promotionspreis IT-Sicherheit verliehen. Dieser gemeinsam vom CAST e.V. und der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ausgeschriebene Preis würdigt hervorragende Dissertationen in der IT-Sicherheit. Gesucht waren Arbeiten, die einen Fortschritt für die IT-Sicherheit bedeuten und solche, die einen Zugewinn von Sicherheit in IT-Anwendungen ermöglichen. Aus den vorliegenden Einreichungen stellten drei Kandidaten in einem Fachvortrag ihre Arbeiten vor, die zuvor von der CAST/GI Jury aus allen Einreichungen ausgewählt worden waren. Anschließend wurde der Preisträger auf Basis seines Vortrags und der anschließenden Diskussion der anwesenden Fachexperten ausgewählt.Die Gewinnerin des diesjährigen Promotionspreises IT-Sicherheit ist Frau Dr. Xuebing Zhou (Fraunhofer IGD, CASED) mit ihrer Arbeit „Privacy and Security Assessment of Biometric Template Protection“. Dr. Zhou entwickelte in Ihrer Arbeit ein allgemeines Modell zur Evaluation und Bewertung unterschiedlicher Template Protection-Algorithmen aus der Biometrie. Somit ist es erstmals möglich, unterschiedliche Ansätze auf diesem Gebiet bezüglich Ihre Sicherheitseigenschaften vergleichend zu bewerten. Es wird angestrebt, ihre Ergebnisse als Grundlage für einen neuen Wettbewerb der NIST heranzuziehen, die sogenannte NIST BTP Competition. Mit dem Promotionspreis ist ein Preisgeld in Höhe von 4000,- Euro verbunden.
18% mehr Erstsemester in der Informatik - Berufsaussichten weiterhin exzellent
Im Studienjahr 2011 (Sommer- und Wintersemester 2011) haben sich laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes 48.400 Studierende für den Studienbereich Informatik eingeschrieben. Dies entspricht einer Steigerung von 18 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Über alle Fächer verteilt nahmen 16 % mehr Erstsemester ein Studium auf als im Vorjahr.
"Wir freuen uns, dass die Informatik bei den Erstsemestern auf so großes Interesse stößt", sagte GI-Präsident Stefan Jähnichen. Insgesamt haben sich rund 9.000 Studierende mehr als im Vorjahr für ein Studienfach Informatik eingeschrieben. "Durch diesen Anstieg werden wir auch deutlich mehr Absolventinnen und Absolventen bekommen, die in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung dringend gebraucht werden. Denn nach wie vor ist der Bedarf an gut qualifizierten Informatikerinnen und Informatiketn sehr hoch."
„Wir hoffen, dass die Länder die Hochschulen bei der Bewältigung dieser überdurchschnittlichen Steigerung unterstützen werden. Für eine gute Lehre ist eine gute Betreuung Voraussetzung, und diese ist nur mit ausreichend Personal möglich“, so Jähnichen.
155.419 Informatikbiber unterwegs!
Die Teilnahmedaten am Informatik-Biber 2011 sind nun offiziell: 155.419 Schülerinnen und Schüler aus 977 deutschen Schulen beteiligten sich an diesem größten Informatik-Wettbewerb, der in zahlreichen Ländern Europas stattfindet. Das sind über 30% mehr als im Vorjahr und damit ein erneuter Teilnahme-Rekord. Die meisten Teilnehmenden stellte das Leibniz-Gymnasium aus Östringen bei Heidelberg: Innerhalb der Biber-Woche (7.-11. November) bearbeiteten dort 1158 Mädchen und Jungen die Biber-Aufgaben im Online-System des Wettbewerbs. Insgesamt gelang es an über 100 Schulen den verantwortlichen Lehrkräften, mindestens 400 Jugendliche zur Teilnahme zu motivieren und Teilnahmemöglichkeit an den Schulcomputern zu organisieren.
Als Breitenwettbewerb verlangt der Informatik-Biber keine Vorkenntnisse und stellt grundlegende Informatik-Kompetenzen wie logisches und strukturelles Denken in den Vordergrund. Hier sind auch Mädchen mit Begeisterung dabei: Insgesamt waren 43% der Beteiligten weiblich; bei den Jüngeren (Klassenstufen 5 bis 8) liegt der Mädchenanteil nur knapp unter 50%.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Informatik-Biber kommen aus allen Bundesländern und aus deutschen Schulen in Polen, Italien und Japan. Mit 43.136 Teilnahmen ist Bayern absolut am stärksten vertreten; relativ zur Gesamtschülerzahl wurde in Mecklenburg-Vorpommern am meisten gebibert, knapp dahinter liegt Sachsen. Dies sind auch die drei Bundesländer, in denen das Fach Informatik mit einem Pflichtanteil unterrichtet wird.
Der Informatik-Biber wird von der Initiative BWINF ("Bundesweit Informatiknachwuchs fördern") veranstaltet. Er ist die deutsche Beteiligung am internationalen "Bebras International Contest on Informatics and Computer Fluency", der 2004 in Litauen gestartet wurde. In diesem Jahr waren weit über 300.000 Kinder und Jugendliche weltweit an Bebras-Wettbewerben in rund 20 Ländern beteiligt.
Träger von BWINF und damit auch des Informatik-Biber sind die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), der Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie und das Max-Planck-Institut für Informatik. Wie alle zentralen BWINF-Aktivitäten wird der Informatik-Biber vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Weitere BWINF-Projekte sind der Bundeswettbewerb Informatik, das Auswahlverfahren für das deutsche Team bei der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) und das Jugendportal einstieg-informatik.de.
Initiative BWINFInformatik-BiberBebras Contest
DAAD bietet Postdoc-Stipendien am ICSI in Berkeley, USA und dem NII in Tokyo, Japan
Der DAAD bietet im Rahmen des FIT-Programms aus Mitteln des BMBF jungen promovierten deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus der Informatik und verwandten Gebieten einjährige Stipendien für Forschungsaufenthalte am International Computer Science Institute (ICSI) in Berkeley, USA sowie dem National Institute of Informatics (NII) In Tokyo, Japan an. Diese international renommierten Institute zeichnen sich durch ein breites Forschungsangebot, eine enge Vernetzung mit den benachbarten Hochschulen und eine erstklassige Betreuung aus.Ausführliche Informationen zu diesen Stipendien, zu Bewerbungsvoraussetzungen und die Bewerbungsunterlagen finden Sie im Internet hier oder bei Frau Dumjovic.
GI-Präsident Stefan Jähnichen zum FAZ-Artikel „Die freie Wissenschaft ist bedroht“ vom 19. Oktober 2011
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die wichtigste deutsche Institution zur Förderung der Wissenschaft und eine Einrichtung, um die wir in Europa und weltweit beneidet werden. Die Spannbreite der Förderinstrumente der DFG ist sehr weit und erlaubt die Unterstützung zum Einen einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler , zum Anderen aber auch die Förderung großer Teams im Rahmen von Schwerpunktprogrammen oder Sonderforschungsbereichen.
Die Verteilung der Fördermittel setzt nicht nur eine kompetente administrative Unterstützung voraus, sondern erfordert darüber hinaus vor allem einen effizienten und transparenten Begutachtungsprozess. Dieser Prozess wird bei der DFG durch fachspezifische Fachkollegien gestützt, deren Mitglieder in den Begutachtungs-prozess eingebunden sind und als gewählte Fachvertreter der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Vertrauen in ihre fachliche Kompetenz und Objektivität ausgesprochen bekommen haben. Die Kollegen Reuß und Rieble kritisieren in der FAZ vom 19. Oktober 2011 den Begutachtungsprozess der DFG und werfen ihr zu wenig Transparenz in diesen Prozessen vor. Transparenz im Begutachtungsprozess soll unter anderem durch die Fachkollegien hergestellt werden und Vorwürfe bezüglich zu geringer Transparenz richten sich also auch gegen die Arbeit der Fachkollegien.
Nun will ich die Arbeit aller Fachkollegien nicht pauschal bewerten oder gar beurteilen – das steht mir nicht zu - , sondern muss lege diemich auf die Erfahrung innerhalb meiner Disziplin "Informatik" bzw. den Ingenieurwissenschaften beziehenzu Grunde. Dabei ist als erstes festzustellen, dass der Begutachtungsprozess (ich beziehe mich hauptsächlich auf Einzelanträge) auf der Einholung externer Gutachten und einem Votum entweder des fachlich am nächsten stehenden Fachkollegiaten oder des gesamten Fachkollegiums beruht. Dem Fachkollegiaten stehen dabei alle Antragsunterlagen, insbesondere auch die Gutachten und die Namen der Verfasser, zur Verfügung. Damit sollen spätestens durch die Fachkollegiaten Interessenskonflikte (gemeinsame Publikationen, Betreuung von Dissertationen etc.) erkannt und vermieden werden, wobei ich allerdings davon ausgehe, dass ein externer Gutachter selbst ablehnt, wenn ein solcher Konflikt besteht. Viele potenztielle Konflikte werden übrigens im Vorfeld der Begutachtung durch die Sachbearbeiter der DFG gemeinsam mit den Fachkollegien geklärt.
Bei nicht eindeutiger Entscheidungslage auf der Basis der externen Gutachten und der Auffassung des Fachkollegiaten - und dies ist nicht ungewöhnlich - können die Fachkollegiaten zusätzliche Gutachten einholen lassen oder die Entscheidung durch Abstimmung des gesamten Gremiums herbeiführen. Durch diesen zweistufigen Prozess (Einholung externer Gutachten und Prüfung durch Fachkollegiaten) wird ein hohes Maß an Objektivität erreicht und aus meiner Sicht ein ebenso hohes Maß an Transparenz gewährleistet. Die Antragsteller erhalten neben der Entscheidung natürlich auch die Gutachten zur Einsicht - allerdings ohne die Namen der Gutachter.
Weshalb also Kritik an der Transparenz der Verfahren und den Entscheidungsprozessen der DFG? Nun, zum einen - und das hat auch der DFG-Präsident bereits bestätigt - kann man alle Verfahren und Prozesse ständig weiter verbessern und sollte dies natürlich auch tun. Die Veröffentlichung der Namen der Gutachter gegenüber den Antragstellern ist sicher ein Diskussionspunkt, der aber nicht von der DFG als Organisator der Begutachtung, sondern von der Wissenschaftsgemeinschaft gefordert werden müsste. Ich persönlich stehe dem sehr kritisch gegenüber, denn dies wäre wohl eher geeignet, die Bereitschaft zur Übernahme von Gutachten noch stärker einzuschränken als es jetzt schon der Fall ist. Und, ob ich als vielleicht sogar ausländischer Gutachter bereit bin, an einem so stark öffentlichen Verfahren kritisch teilzunehmen, kann bezweifelt werden. Aber, vielleicht kann man diese Entscheidung ja sogar jedem Gutachter selbst überlassen.
Die Fachkollegien mehr in die Auswahl der Gutachter einzubeziehen ist sicherlich möglich und bedarf wohl eher eines Votums des entsprechenden Kollegiums. Dies setzt allerdings voraus, dass die Fachkollegiaten noch mehr und vor allem auch sehr kurzfristig verfügbar sind. Bei den vielen noch unbearbeiteten Anträgen in meinem DFG-Bereich, muss ich mir sehr wohl überlegen, ob ich noch mehr Zeit in dieses Ehrenamt investieren kann.
Die DFG bzw. ihr Präsident widerlegt die Vorwürfe meiner beiden Kollegen in einer Stellungnahme sehr detailliert. Allerdings weist die Kritik der Kollegen in der FAZ aber auf zwei weitere Aspekte hin, die nicht primär die DFG als Verwalter unserer Forschungsgelder, sondern das gesamte System unserer Forschungsförderung oder sogar unseres Wissenschaftsverständnisses betrifft.
Gerade um Transparenz im Begutachtungsverfahren zu gewährleisten, werden die Prozesse immer komplexer; die Anforderungen an die Erstellung von Gutachten werden immer höher. Andererseits steigt die Anzahl der für eine faire Bewertung notwendigen Gutachten, und damit steigt auch die Belastung der Gutachter, die es in ihrem Selbstverständnis und im Rahmen ihres Berufes für wichtig halten, für solche Begutachtungen einen auch zeitlich großen Beitrag zu leisten. Hinzu kommt die leistungsorientierte Einstufung in der neuen Besoldungsordnung, die die Kolleginnen und Kollegen darüber nachdenken lassen muss, mit welchen Leistungen sie sich im Ranking der jeweiligen Hochschule am besten positionieren können. Es ist zumindest fraglich, ob die Erstellung qualitativ hochwertiger Gutachten unter dieser Randbedingung eine hohe Priorität erhalten kann, oder ob es nicht eher zu einer lästigen Pflicht wird, die man dem eigenen Fach schuldet.
Als GI-Präsident und Fachkollegiat, vor allem aber auch als Hochschullehrer, der von der Förderung der DFG profitiert, muss ich an dieser Stelle allen meinen Kolleginnen und Kollegen (und selbstverständlich auch den hauptamtlich für die DFG Tätigen) danken, die für die DFG und natürlich auch für ihr Fach bereit sind, an Begutachtungsprozessen teilzunehmen und Gutachten zu erstellen, die in ihrem Detaillierungsgrad so kompetent sind, wie zumindest ich es an vielen anderen Stellen nicht erlebt habe. Diese Ausführlichkeit dient der objektiven Bewertung ebenso wie den Antragstellern, die aus den ihnen vorliegenden Gutachten die Lücken und Schwächen ihrer Anträge erkennen und damit im nächsten Anlauf einfacher bessere Anträge liefern können.
Apropos bessere Anträge: Die Kritik der beiden Kollegen weist auf einen zweiten Aspekt hin, den ich für mindestens ebenso wichtig halte wie die Transparenz im Antrags- und Begutachtungsverfahren. Der Fokus unserer Begutachtung liegt primär auf der Bewertung von Anträgen und leider nur nachrangig auch auf der Bewertung von Ergebnissen. Als Leistung zählen dementsprechend die Anzahl der gestellten Anträge oder die Summe des Geldes, das durch Anträge erwirtschaftet wird, mehr als die Ergebnisse der Forschungsprojekte. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf.
An dieser Stelle muss nachgedacht werden, denn es darf nicht der Sinn von Wissenschaftsförderung sein, dass die Arbeit zum Schreiben von Anträgen höher bewertet wird als die Erzielung exzellenter Ergebnisse. Zwar steckt im Antrag häufig schon die Idee, die dann auch bewertet wird. Aber häufig ist bei Forschungsfragen das Ergebnis nicht vorhersagbar – das macht Forschung aus -, und als "Fehlschlag" nicht einmal zu veröffentlichen. Deshalb muss die aus meiner Sicht etwas aus den Fugen geratene Balance zwischen der Bewertung eingeworbener Drittmittel zu den in den Projekten erzielten Resultaten in Form hochkarätiger Dissertationen, Abschlussarbeiten oder Publikationen dringend wieder in ein angemessenes Verhältnis gebracht werden. Die Regeln dafür zu entwerfen und zu operationalisieren ist die überfällige Aufgabe unseres Wissenschaftssystems und damit auch der DFG! Packen wir es an!
Prof. Dr. Stefan JähnichenPräsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)Oktober 2011
Die Stellungnahme als PDF-Dokument finden Sie hier.
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