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Aktuelle Meldungen

Donnerstag, 8. September 2011

Fachgruppe Verwaltungsinformatik veröffentlicht Positionspapier zum Nationalen E-Government Kompetenzzentrum

Bisher haben der Fachbereich Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung sowie die Fachgruppe Verwaltungsinformatik die Diskussion um ein nationales E-Government Kompetenzzentrum nur aus der Ferne verfolgt. Mit dem Positions­papier zur weiteren Stärkung von Lehre und Forschung durch ein nationales E-Government Kompetenzzentrum meldet sich die Fachgruppe zu Wort und schlägt die Einrichtung eines Forschungsverbunds aller Beteiligten vor. 

Weitere Informationen zur Fachgruppe und ihren Aktivitäten finden sich hier.

Dienstag, 6. September 2011

GI-Vorstandsmitglied Wolfgang Thomas zum Thema "Tafel oder Beamer? Lernen und Lehren im digitalen Zeitalter"

Wolfgang Thomas, Mitglied des erweiterten Vorstands der GI, macht sich in der siebten Vorstandskolumne Gedanken über das Lernen und Lehren im digitalen Zeitalter.

Lernen und Lehren wird heute mehr und mehr unter Verwendung von Hilfsmitteln durchgeführt, welche die Informations- und Kommunikationstechnologie bereitstellt. Wir kommentieren diesen Trend durch einige Beobachtungen und Bemerkungen, die an die zentrale Rolle des Menschlichen und Persönlichen in diesem Feld erinnern.  

Vor einiger Zeit erlebte ich in der Grundvorlesung über Automatentheorie eine Überraschung. Meine auf dem Laptop vorbereiteten Folien konnte ich nicht verwenden, da der Beamer defekt war. Also hielt ich in einer Art, die mir seit Jahrzehnten vertraut ist, die Vorlesung an der Tafel. Einen Tag später berichteten mir meine Mitarbeiter, dass im Chatroom zur Vorlesung eine Begeisterungswelle lief, mit Bemerkungen wie „Thomas ist absolut cool, der kann eine Vorlesung einfach so an der Tafel halten“. Da kam ich ins Nachdenken: Offenbar ist eine Art zu lehren, die mir (noch) als völlig normal vorkommt, heute etwas ganz Besonderes – und unsere Studentinnen und Studenten erleben das kaum noch, wenigstens in den Anfangssemestern nicht.

Ein zweites Erlebnis: Bei der Präsentation eines sehr guten Promotionsprojekts über digitale integrierte Lernumgebungen sah ich auf der Schlussfolie etwa ein Dutzend Agenten aufgeführt, nett um die Instanz „Lerner“ herum gruppiert: Vorlesungsskripte, Quellensammlungen aus verschiedenen Datenbanken, multimediale Dokumente, Suchmaschinen und dergleichen mehr. Was ich in dem Diagramm vermisste, war die Instanz „Lehrer“. Der war nicht vorgesehen; die digitale Welt nahm seine Rolle ein, dem Lerner nahegebracht durch vielfältige Mechanismen des Zugriffs. Wieder kam ich ins Grübeln, denn Lernen ohne Lehrer, wie sollte das gehen?

Diese zwei Beobachtungen sind zwar nichts Weltbewegendes, aber sie illustrieren doch einen stillen Trend, der über die Welt des Lehrens und Lernens weit hinausreicht und allen, die IT nutzen, geläufig ist: Je besser, je intelligenter die entwickelte Kommunikations- und Informationstechnologie ist, umso mehr gerät das Persönliche und der direkte Kontakt zwischen Menschen in die zweite Reihe.  

Eine erschöpfende Diskussion dieses großen Themas sei den Leserinnen und Lesern hier erspart; bleiben wir beim Lernen und Lehren, und schauen wir uns die oben genannten Szenarien noch einmal genauer an.

Ja, eigentlich haben wir uns auch als Lehrende schon daran gewöhnt: Wenn man einem Kollegen, der zur Vorlesung will, auf dem Flur begegnet, dann hat er heute eher einen Laptop unter dem Arm als ein paar Notizen in der Hand. Und in der Tat gibt es viele Vorteile der IT-gestützten Präsentation: Nicht nur Illustrationen und Animationen kann man mühelos einbauen, auch die Konservierung des Vorgetragenen ist nun ganz einfach. Die Vorlesungsvideos, die ich selbst produziert habe (Tonspur und auf Tablet-PC annotierte Folien), sind beliebt; sie haben sich als große Hilfe erwiesen, wenn jemand etwa wegen Krankheit oder anderer Hindernisse an Vorlesungen nicht teilnehmen kann. Fernstudium ist auf dieser Basis viel besser realisierbar als durch Bücher und Skripten.  

Aber wir wissen doch auch: Erkenntnisse gewinnt man am intensivsten, wenn man sie lebendig und unmittelbar entstehen sieht. Wenn dies nicht durch eigenes Nachdenken geschieht, dann am besten in direkter Darstellung durch einen begeisterten oder begeisternden Menschen. Dieses Erleben des Entstehens wird (immer noch) am wirkungsvollsten dadurch ermöglicht, dass Vortragende ihre Ideen unterstützt durch ein aktives Aufschreiben präsentieren. Auch das Mitschreiben hat dann seinen Sinn: Einer der Meister unseres Fachs, der viel zu früh verstorbene Ingo Wegener, der alle seine brillanten Bücher handschriftlich verfasst hat, pflegte seinen Studierenden zu sagen, der Stoff gehe nur über die Hand in den Kopf. Beim Vortrag an der Tafel kommt hinzu, dass die Vorbereitung eine hohe Disziplin in der Verdichtung und Gliederung des Stoffs einfordert, und in der Regel erlaubt die Tafel auch viel mehr Übersicht als der eingeengte Platz einer Folie. Wichtiger noch bietet ein Tafelvortrag viele Möglichkeiten, individuelle Akzente zu setzen, mehr jedenfalls als dies beim Abrufen von Folien der Fall ist. Und natürlich sind dadurch auch all die Merkwürdigkeiten und Schrulligkeiten eingeschlossen, die Vorlesungen hin und wieder auch zu einem kleinen Welttheater werden lassen. Hunderte von Beispielen zeugen davon. Es sei hier nur dieses herausgegriffen: Dem Mengentheoretiker Zermelo sagt man nach, dass er, in der Mitte der Tafel stehend, sie von links nach rechts füllte, erst mit der linken Hand, und nach Übergabe der Kreide in die rechte Hand weiterschreibend mit der rechten. Mit Powerpoint lässt sich so etwas nicht erleben...

Gehen wir zum zweiten Szenarium über, dem Lernen als einzelner oder in einer kleinen Gruppe. Hier ist – denke ich – der persönliche Beitrag eines Lehrenden noch entscheidender, und zwar unabhängig davon, dass uns heute ein Kosmos an Wissenswelten mit dem Internet und hocheffizienten Suchmaschinen zugänglich ist. Es mag hier helfen, sich zu erinnern, wie das wissenschaftliche Arbeiten begründet wurde. Das erste umfassende wissenschaftliche Werk, das wir in der abendländischen Kultur heute noch zur Verfügung haben, die Schriften des griechischen Wissenschaftlers Platon, besteht keineswegs aus Traktaten – nein, es handelt sich fast durchweg um Dialoge! Platon griff damit die Methode seines Lehrers Sokrates auf, nämlich durch ein zuweilen nervenaufreibendes Hin und Her zwischen Frage und Antwort zu Erkenntnissen zu gelangen. Das freie, dialogische Vorgehen im Diskurs mit einem Lehrer schützt auch vor einsamen Irrwegen und vor Indoktrination. Und es macht Freude. Diese Methode ist immer noch so mächtig wie vor 2400 Jahren, und sie wird sich auf lange Zeit nicht adäquat mit informatischen Systemen durchführen lassen, sondern nur zwischen Menschen. Und so kann in heutigen Zeiten selbst eine mündliche Prüfung – also eine besonders anstrengende Art von Dialog – noch etwas Vergnügen bereiten (und zwar beiden, Prüfer und Prüfling), wenn es gelingt, schiefe oder falsche Ansätze durch ein Frage- und Antwortspiel zurechtzurücken.

Weshalb ich diese doch wohlbekannten Aspekte in Erinnerung rufe? Die Informatik ist damit befasst, immer komplexere Systeme zu entwickeln, die sich in die direkte Kommunikation zwischen Menschen hineindrängen oder sich sogar selbst wie Subjekte („Agenten“) benehmen. Faszinierende Forschungsaufgaben sind damit verbunden und natürlich auch faszinierende Anwendungen; und wir Informatiker und Informatikerinnen stehen für all die Fortschritte auf diesem Gebiet. Aber den Nutzen der Technologie kann man nur dann erfassen, wenn man sich daneben auch einen ganz naiven Blick bewahrt, der in persönlichen, in menschlichen Einschätzungen und Erfahrungen wurzelt. Gerade in der Welt des Lernens und Lehrens ist diese Komponente des Persönlichen immer noch die wichtigste – wie sonst auch können wir Begeisterung für unser Fach, die Informatik, vermitteln?

 (September 2011)

Die Kolumne finden Sie hier. Ältere Vorstandskolumnen können Sie hier nachlesen.

Dienstag, 30. August 2011

GI veröffentlicht Stellungnahme zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR)

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) hat eine Stellungnahme zum Deutschen Qualifikationsrahmen veröffentlicht.

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) soll eine höhere Transparenz der Bildungswege schaffen, indem er die verschiedenen Qualifikationen der Bildungsgänge klassifiziert und damit vergleichbar machen möchte. Die GI hat die Vorgaben des DQR im Hinblick auf Berufswege und Abschlüsse in der Informatik, bzw. der Informationstechnik untersucht und in ihrer Stellungnahme bewertet.

Der DQR stellt eine grobe, achtstufige Skala zur Einstufung von Berufsqualifikationen dar. Dabei werden sowohl Fachkompetenz als auch Sozialkompetenz und Selbständigkeit berücksichtigt. Die Einordung von Qualifikationen in der Informatik sollte nur mit größter Sorgfalt geschehen. Insbesondere muss berücksichtigt werden, dass die oben genannten Kompetenzen in verschiedenen Informatikberufen ein sehr unterschiedliches Gewicht haben und sehr spezialisierte Berufsabschlüsse in der Informatik häufig einen deutlichen Schwerpunkt in der Fachkompetenz haben. Leichtfertige Einstufungen von Informatikabschlüssen in den DQR bergen die Gefahr einer ungerechtfertigten Gleichsetzung sehr unterschiedlicher Fachqualifikationen.

Standortvorteile Deutschlands aus der besonders hohen Qualität der Ausbildungsgänge in den Hochschulen und im beruflichen Umfeld können so, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, verspielt werden. In ihrer Stellungnahme macht die GI Vorschläge, wie Informatikabschlüsse adäquat bewertet werden können.

Die Stellungnahme findet sich hier zum Herunterladen.

Mittwoch, 24. August 2011

Studierendenprogramm online!

Auch in diesem Jahr wird es wieder ein besonderes Programm für Studierende im Rahmen der GI-Jahrestagung INFORMATIK 2011 geben. Neben dem gesamten Programm der Tutorien, Workshops und Vorträgen können sich Studierende am Donnerstag, dem 6.10., umfassend über Stand und Entwicklung der Open Source- Bewegung informieren. Dazu gibt es noch eine ganze Reihe zusätzlicher Angebote, darunter ein Hacking-Wettbewerb sowie die Möglichkeit der Teilnahme am General Game Playing Track im Rahmen der KI 2011. Mehr dazu  hier.

 

Montag, 8. August 2011

Social Media Strategie der GI

Wir möchten unseren Mitgliedern neben den bekannten Formen der Information und Zusammenarbeit in Fachgruppen, -ausschüssen, -arbeitskreisen und Regionalgruppen zusätzliche Wege der Information und Kommunikation zur Verfügung stellen.

Denn die sich stetig verändernde Art zu kommunizieren und sich zu informieren erfordert unsere Präsenz und unsere Beiträge in den sozialen Netzwerken. Und vielleicht finden Nicht-Mitglieder und Mitglieder zum Beispiel in XING und Facebook etwas, was Sie von Ihrer Fachgesellschaft nicht wussten.

Das bedeutet natürlich nicht den Ersatz bestehender Strukturen und Ihnen bekannter Informationswege wie Tagungen, Workshops, Treffen, Publikationen, Pressemitteilungen, Mailings, RSS-Feeds etc. 

Ihre GI auf:

FacebookXing

 

 

 

 

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie dazu beitragen würden, unsere Facebook- und XING-Präsenz zu einem Erfolg werden zu lassen.  Durch Beiträge, Kommentare, Meinungen, Kritik oder Neuigkeiten. Auch damit wir für all diejenigen, die uns noch nicht kennen, transparenter und interessanter werden.

 

Mittwoch, 3. August 2011

INFORMATIK 2011 in Berlin: Informatik schafft Communities

Am 4. Oktober 2011 öffnet die INFORMATIK 2011 an der Technischen Universität Berlin ihre Pforten. Die bis zum 7. Oktober 2011 laufende Tagung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Informatik schafft Communities". Nationale und internationale Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft werden in Workshops, Tutorien und eingeladenen Vorträgen einen fundierten Überblick über die aktuellen Trends der Informatik geben.

 Diskutiert werden zum einen die gesellschaftspolitischen Aspekte: Wie verändern soziale Netzwerke den Umgang miteinander, wo unterstützen sie, wo bergen sie Gefahren? Zum anderen werden technische Aspekte beleuchtet wie die allgegenwärtige Möglichkeit der Kommunikation, die Aufweichung von Raumgrenzen, elektronische Leitsysteme, Simulation, Steuerung und Selbstorganisation von Systemen.

 Höhepunkt ist der Tag der Informatik am Mittwoch, dem 5. Oktober mit geladenen Gastvorträgen und einer Podiumsdiskussion mit Vertretern des Innenministeriums, des ChaosComputerClubs und Google zum Thema "Privatsphäre, Datenschutz und die Zukunft des Internet".

Parallel zur INFORMATIK 2011 finden die Tagungen Künstliche Intelligenz 2011 und MATES 2011 statt. Weitere Informationen zur INFORMATIK2011 und zur Anmeldung finden Sie hier.

Dienstag, 19. Juli 2011

EU-Umfrage zu Open Access und Langzeitverfügbarkeit von wissenschaftlichen Informationen

Die EU-Kommission plant bis zum Ende des Jahres die Herausgabe von Empfehlungen zu Handlungsmaßnahmen der EU-Mitgliedstaaten hinsichtlich der Veröffentlichung und Verfügbarkeit wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Hierbei geht es insbesondere um die Frage, inwieweit "Open Access" der richtige Ansatz sein kann, schnell und einfach auf wissenschaftliche Informationen zugreifen zu können. Grundlage der Empfehlungen soll eine Umfrage in den Mitgliedsländern sein, zu der alle relevanten Gruppen und Einzelpersonen teilnehmen können/sollen.

Hier gelangen Sie direkt zur Umfrage.

Diese Umfrage geht auch viele GI-Mitglieder etwas an, also bitte mitmachen! Die Umfrage ist noch bis zum 9. September zu erreichen.

Unsere assoziierten Gesellschaften sind:

German Chapter of the Association for Computing Machinery (ACM)
Gesellschaft für Informatik in der Landwirtschaft
SI: Schweizer Informatik Gesellschaft